Körpergröße: Kindergröße – wie groß wird mein Kind?

Die Entwicklung des eigenen Kindes zu beobachten, ist spannend. Doch wie groß wird das Kind eigentlich werden? Und kann man das Wachstum beeinflussen? Antworten finden Sie in diesem Artikel.

So ermitteln Sie die voraussichtliche Größe Ihres Kindes

Eine einigermaßen zuverlässige Voraussage kann der Kinderarzt treffen. Dieser beurteilt die bisherigen Wachstumsentwicklungen und bezieht dabei neben der Größe auch den Kopfumfang und das Gewicht in seine Schätzung mit ein. Die Angaben des Arztes geben Aufschluss über den Größenbereich, in dem sich das Kind vermutlich später bewegen wird. Die Wahrscheinlichkeit, mit welcher der Nachwuchs die jeweilige Größe erreicht, gibt der Arzt in sogenannten Perzentilen an.

Als Alternative nutzen Sie die Rechner auf dieser Webseite und erhalten somit eine erste grobe Einschätzung der zukünftigen Körpergröße. Die hier vorgestellten Ergebnisse sind Durchschnittswerte und ersetzen keine fachlich fundierte medizinische Beratung.

Berechnung nach Alter und Größe des Kindes

Die zukünftige Größe des Kindes wird hier anhand der derzeitigen Körpergröße und der noch zu erwartenden Wachstumsjahre bis etwa zum 18. Lebensjahr prognostiziert.

Berechnung anhand der Elterngröße

Um die zukünftige Größe des Kindes mittels der Größe der Eltern zu berechnen, kann dieser Rechner genutzt werden.

Welche Faktoren beeinflussen die Körpergröße?

Die Größe wird maßgeblich durch die Gene bestimmt. Die Eltern vererben die Größe an ihre Kinder weiter. Große Eltern haben in der Regel auch größere Kinder, kleinere Eltern in der Regel kleinere Kinder.

Schlechte Ernährung und Krankheiten können das Wachstum negativ beeinflussen. So sind mangelernährte oder kränkelnde Kinder in ihrem natürlichen Wachstum gehemmt. Sehr häufig besitzen sie jedoch die Fähigkeit, diesen Rückstand wieder aufzuholen, wenn sobald Krankheiten auskuriert sind und sie sich wieder richtig ernähren.

Warum ist es wichtig, die Endgröße zu kennen?

In erster Linie ist es oft die Neugierde, die die Eltern dazu treibt, die spätere Körpergröße ihres Kindes zu ermitteln. Es gibt aber auch medizinische Gründe, die dafür sprechen.

Ein Arzt beurteilt zum Beispiel anhand des Wachstums, ob die Entwicklung normgerecht und dem Altersdurchschnitt entsprechend verläuft. Ein über- oder unterdurchschnittliches Wachstum ist unter Umständen ein ernst zu nehmender Hinweis auf Stoffwechselprobleme und eine eventuell damit einhergehende Mangelernährung.

Hormonelle Schwierigkeiten führen häufig zu einem Minderwuchs. Das ist auch der Grund, weshalb der Kinderarzt die Jungen und Mädchen von Geburt an im Rahmen der Untersuchung immer zuerst gründlich vermisst und dabei das Gewicht und die Größe genau analysiert.

Wie Gene die Körpergröße beeinflussen

Jedes Kind besteht aus einem Genmix beider Elternteile. Doch welche Gene genau sind bei der Vererbung der Körpergröße wichtig? Dazu müssen neben den Genen der Eltern auch die Veranlagungen der Großeltern und früherer Vorfahren berücksichtigt werden.

Die Gene dieser früheren Vorfahren werden an die Nachkommen weitergereicht, ohne dass sich diese zwangsläufig in der nachfolgenden Generation manifestieren. So passiert es durchaus, dass eine zierliche Mutter und ein kleiner Vater dennoch ein großes, kräftiges Kind zeugen. In diesem Fall schlagen beispielsweise die Gene des groß gewachsenen Großvaters durch. Biologen gehen sogar davon aus, dass die Großeltern mehr die Größe beeinflussen als Mutter und Vater. Doch auch das ist kein zuverlässiger Parameter zur Bestimmung der Endgröße eines Kindes.

Neben der Genetik beeinflussen weitere Faktoren die Körpergröße. Eine unzureichende Versorgung mit Nährstoffen im Mutterleib wirkt sich häufig auf die körperliche Entwicklung des Kindes aus. Ebenso verhält es sich, wenn die Frau während der Schwangerschaft unter Stress stand – oder wenn das Kind selbst Stress empfand, unter widrigen Lebensbedingungen aufwächst und unter einer Mangelernährung leidet. All diese Faktoren beeinflussen den Stoffwechsel und den Körperbau negativ. Außerdem neigen frühgeborene Kinder dazu, zeitlebens kleiner und zierlicher zu bleiben als solche Jungen und Mädchen, die zum normalen Geburtszeitpunkt zur Welt kamen.

Wie die Körpgergröße berehnen?

Um die zukünftige Größe des Kindes zu ermitteln, stehen zwei Rechenvarianten zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass eine Berechnung immer nur eine Näherung ist, aber eben keine hundertprozentige Sicherheit bieten kann.

Variante 1: Anhand der Größe der Eltern kann auf die zukünftige Größe eines Kindes geschlossen werden. Bei diesem Verfahren wird die Größe des Vaters mit der der Mutter addiert. Möchten Sie das Wachstum Ihrer Tochter bestimmen, dann ziehen Sie von der Summe 13 Zentimeter ab. Bei einem Jungen zählen Sie 13 Zentimeter hinzu. Anschließend teilen Sie das Ergebnis durch zwei und erfahren so etwas über die ungefähre Endgröße Ihres Kindes.

Variante 2: Anhand der jetzigen Größe wird auf die zukünftige Größe geschlossen. Dafür nötig ist das genaue Alter, das Geschlecht und die derzeitige Größe. Aufgrund des durchschnittlichen jährlichen Wachstums kann dann auf die Endgröße geschlossen werden. Mädchen wachsen jährlich etwa 4,3 Zentimeter, Jungen legen pro Jahr hingegen im Durchschnitt rund fünf Zentimeter zu.

Mal so, mal so?

Viele Eltern nutzen beide Varianten und probieren alle zwei Rechner aus. Manchmal sind die Ergebnisse völlig unterschiedlich und daher irritierend. Bei einer Körpergröße des Vaters von 172 Zentimetern und einer Größe der Mutter bei 168 Zentimetern käme als Ergebnis für ein Mädchen 163,5 Zentimeter heraus. Angenommen, es handelt sich um ein elfjähriges und 136 Zentimeter großes Mädchen, dann ergibt die auf das Alter und die Größe basierende Rechnung ein Ergebnis von 166 Zentimetern.

Dieser Umstand zeigt, dass die Rechnungen immer nur eine theoretische Näherung sind. Aber: Es ist unwahrscheinlich, dass das Mädchen kleiner als 1,63 und größer als 1,66 Meter wird. Die Endgröße bewegt sich vermutlich irgendwo dazwischen. Hohe Differenzen zeigen sich auch bei Kindern mit abnormaler Entwicklung, beispielsweise bei Frühgeborenen, die später in der Pubertät wieder kräftig aufholen. In diesem Fall erzeugt häufig der Elternrechner exaktere Ergebnisse. Es ist deshalb ratsam, beide Rechner auszuprobieren und sich am Mittelwert zu orientieren.

Bei ernsten Problemen immer den Arzt konsultieren

Die Rechner basieren auf statistischen Durchschnittswerten und beachten nicht die individuelle körperliche Entwicklung und Vorerkrankungen. Deshalb ist insbesondere bei einem Abweichen von der Norm eine exakte Diagnose unmöglich. Bei besonderen Auffälligkeiten hinsichtlich des Wachstums ist deshalb immer ein Arzt zu konsultieren. Dieser erstellt eine gründliche Anamnese.

Für die meisten Frühgeborenen gehört ein regelmäßiges Screening in Deutschland ohnehin zum Standard. Aber auch Kinder, die zierlicher oder kräftiger gebaut sind, bedürfen einer dringenden ärztlichen Untersuchung.

Eine dem Alter unangemessene Entwicklung basiert unter Umständen auf einer ernsten Erkrankung, beispielsweise auf einem gestörten Hormonhaushalt. Eine Hormon-Therapie kann das Wachstum eindämmen oder anregen. Einige Stoffwechselerkrankungen führen unbehandelt zu gesundheitlichen Einschränkungen und Folgeerkrankungen und in seltenen Fällen zu einem frühen Tod.

Wie der Arzt das Knochenalter bestimmt

Es gibt noch eine anatomische Methode, um die Endgröße zu bestimmen, nämlich das Knochenalter. Hierfür röntgt der Arzt die linke Hand und analysiert die Entwicklung des Knochens. Untersucht wird die Größe der einzelnen Knochen und was von der um den Gelenken liegenden Knorpelmasse bereits verknöchert ist. Auch die Wachstumsspalten geben Aufschluss auf die ungefähre Körpergröße. Die Ergebnisse sind zwar genauer als die des Rechners, basieren aber ebenso auf Wahrscheinlichkeitswerten.

Das Wachstum der Knochen korreliert mit der Gesamtentwicklung und der geschlechtlichen Reife und somit auch mit den körperlichen Ausmaßen hinsichtlich der Höhe und der Breite. Auch diese Methode bedient sich der vorliegenden Vergleichsdaten, anhand derer feststeht, in welchem Alter sich die Knochen auf welche Art und Weise entwickeln. Das Knochenalter gibt zudem Aufschluss darüber, wann das Wachstum endet. Die Knochenaltersuntersuchung findet bei einem Verdacht auf Wachstumsabweichungen statt und erfolgt in der Regel nur bei einer medizinischen Notwendigkeit.

Bei allen anderen Kindern sollten die Eltern auf ein unnötiges Röntgen aufgrund der gesundheitsschädlichen Strahlenbelastung verzichten. Die Methode eignet sich darüber hinaus zur Altersbestimmung. In letzter Zeit wurde sie bei unbegleiteten jungen Flüchtlingen angewandt, um deren Voll- oder Minderjährigkeit festzustellen. Hier offenbarte sich, dass auch dieses Verfahren nur Wahrscheinlichkeitswerte liefert, denn die Ernährungssituation beeinflusst letztendlich das Knochenalter. Der Einfluss einer Mangelernährung ist in unseren Breitengraden extrem selten, in den Herkunftsländern der Asylbewerber hingegen teils weiter verbreitet. Eine Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen führt sowohl in der Schwangerschaft als auch im Kindesalter zu einer Verschiebung des Knochenalters.

Welche Alternativen gibt es?

Das Knochenalter lässt sich außerdem am Handgelenk, dem Brustbein und dem Schlüsselbein ablesen. Zur Erstellung einer Analyse eignet sich zudem das Gebiss. Die Untersuchung der Zähne ist für die Größenbestimmung an und für sich unbedeutend. Das Gebiss zeigt jedoch an, wie weit das betreffende Kind das Wachstum abgeschlossen hat beziehungsweise wie lange die Wachstumsphase noch anhalten wird.

Zusammenfassung

Es gibt mehrere Methoden, um die Endgröße eines Kindes zu bestimmen. Die Ergebnisse sämtlicher Verfahren basieren auf Wahrscheinlichkeitswerten und geben lediglich den Rahmen vor, in dem sich die Größe voraussichtlich einpendelt.

  • Das Kindeswachstum kann durch Krankheiten oder Mangelernährung negativ beeinflusst werden.
  • Alle Verfahren zur Bestimmung der zukünftigen Größe basieren auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Die Ergebnisse sind nur selten hundertprozentig korrekt.
  • Ärzte überwachen das Wachstum von Kindern genau, um frühzeitig Maßnahmen bei Minderwachstum einleiten zu können.

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