Medienrichtlinien für Kinder – Wie viel Bildschirmzeit ist genug?

Wir leben in einer Welt, in der Bildschirme allgegenwärtig sind. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Rolle von Fernsehern, dem Internet und sozialen Medien, so wie Videospielen für die Kinder der heutigen Zeit immer größer wird. Umso wichtiger ist es also, gemeinsam mit ihnen Regeln für die Nutzung von Medien aufzustellen, an die sich Kinder und Eltern halten müssen.

Wichtiges auf einen Blick

  • Unterhaltungsmedien allein nehmen heutzutage durchschnittlich sieben Stunden des Tages von Kindern ein.
  • Zu viel Zeit vor Bildschirmen hat folgende Risiken: (1) negative Auswirkungen auf die Gesundheit, (2) Konfrontation mit schädlichen, ungeeigneten oder irreführenden Inhalten, (3) Interaktion mit fragwürdigen Personen und (4) Verletzung der Privatsphäre.
  • Eltern müssen ihren Kindern zeigen, wie sie Medien als Mittel zum Lernen, zur Kreativität und zur Kommunikation nutzen können.
  • Um den Eltern zu helfen, bietet die AAP (American Academy of Pediatrics) Empfehlungen, wie viel Bildschirmzeit für Kinder unterschiedlichen Alters geeignet ist.

Kinder der heutigen Zeit haben durch den zu hohen Medienkonsum nur noch sehr wenig Zeit für andere Dinge. Die wachsende Abhängigkeit von digitalen Medien ist nicht gerade eine schlechte Sache, zu viel davon ist jedoch auch keine gute Idee. Als verantwortungsbewusstes Elternteil sollten Sie also wissen, wie viel Bildschirm Zeit in Ordnung ist.

Warum Medienkonsum wichtig ist

Die Zeit, die Kinder mit Blick auf die Bildschirme ihrer Computer und Smartphones verbringen, findet nicht immer nur in der Freizeit statt. Sie nutzen digitale Medien unter anderem auch dazu, Informationen zu sammeln und neue Dinge zu lernen. Als Plattform zum ausdrücken und kreativ sein dienen sie ebenfalls. Es kann sogar ihr Bedürfnis befriedigen, mit anderen Menschen zu interagieren, obwohl das Gespräch nicht in der realen Welt, sondern online verläuft.

Eltern können nicht vorab festlegen, dass Medienzeit automatisch eine schreckliche Sache für ihre Kinder ist. Das bedeutet jedoch auch nicht, ihren Kindern eine unbegrenzte Zeit mit diesen erlauben zu können. Es ist ein Privileg, welches sie nicht missbrauchen sollten. Anstelle dessen könnten die Eltern von heute eher versuchen, die Auswirkungen der digitalen Medien auf das Leben ihrer Kinder zu erkennen. Dann müssen sie herausfinden, wie man die Mediennutzung reguliert und gleichzeitig den Nutzen maximiert, den Kinder davon haben.

Kleines Mädchen mit Tablette im Freien

So kann man Bildschirmzeit kategorisieren

Um die begrenzte Bildschirmzeit Ihres Kindes optimal nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst über den Einsatz von Medien informieren. Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet hat vier Kategorien der Bildschirmzeit für Sie beschrieben:

KategorieBeispiel
Passive NutzungLesen, Fernsehen, Videostreaming und/oder Musik hören
Interaktive NutzungSpielen von Videospielen und/oder Surfen im Internet
KommunikationSocial Media Plattformen nutzen und/oder online chatten
Erstellung von InhaltenMit Software oder Hardware Artikel schreiben, Bilder, Videos und/oder Musik machen

Vorteile des Medieneinsatzes

Wie bereits erwähnt, kann ein Kind durch den Konsum oder die Nutzung von Medien viel gewinnen. Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 18 Jahren profitieren von folgenden Vorteilen:

  • Gewinnung von mehr Wissen
  • Neue Ideen und innovative Denkweisen kennenlernen
  • Erhalten Sie mehr Möglichkeiten, mit anderen zu interagieren und online Unterstützung zu finden

Gefahren einer zu großen Mediennutzung

Eltern sollten sehr aufmerksam mit der Mediennutzung ihrer Kinder umgehen. Es ist definitiv kein gutes Zeichen, wenn zu viel Bildschirmzeit Ihrem Kind nur sehr wenig Gelegenheiten lassen, andere produktive Tätigkeiten durchzuführen. Anstatt den ganzen Tag nur Videospiele zu spielen, könnte Ihr Kind mehr Zeit mit Sport verbringen oder sich mit Freunden treffen. Leider ist diese Loslösung von der realen Welt heute bei vielen Kindern zu beobachten. Noch beunruhigender ist, dass zu viel Mediennutzung die Gesundheit und Entwicklung Ihres Kindes enorm verschlechtern kann.

Die folgenden Risiken sind mit zu viel Mediennutzung verbunden:

  • Es kann die Gesundheit Ihres Kindes negativ beeinflussen (z.B. Gewichtsprobleme, Schlafmangel, etc.)
  • Ihr Kind ist in Gefahr, schädliche, ungeeignete oder irreführende Inhalte zu lesen oder zu sehen
  • Das Kind kann Leute online treffen, die schlecht und missbräuchlich sind
  • Das Recht auf Privatsphäre könnte verletzt werden

Elternrolle

Kinder selbst können oft nicht erkennen, ob ihre Mediennutzung bereits ungesund ist. So ist es die Aufgabe der Eltern, dafür zu sorgen, dass die Medienerfahrung ihrer Kinder immer positiv ist. Um dies zu erreichen, müssen Eltern zum „Mentor“ ihrer Kinder werden. Sie müssen ihren Kindern beibringen, wie sie ihre Bildschirmzeit sinnvoll nutzen können, indem sie ihr Vorbild sind. Sie müssen zeigen, wie Medien als Werkzeug zum Lernen, Erstellen und Kommunizieren genutzt werden können.

Ziele der Medien-Mentoren

Um Vorbild und „Medien-Mentor“ für Ihre Kinder zu werden, müssen Sie Folgendes tun:

  • Finden Sie die Art und Menge der Nutzung der Medien heraus, die derzeit von jedem Mitglied der Familie verwendet werden
  • Setzen Sie Grenzen, wie viel Bildschirmzeit und welche Medientypen akzeptabel sind
  • Planen Sie medienfreie Zeiten (z.B. Essenszeit) und schaffen Sie in Ihrem Zuhause medienfreie Bereiche (z.B. Schlafzimmer)
  • Fördern Sie Aktivitäten, die die Gesundheit und Entwicklung Ihres Kindes verbessern (z.B. körperliche Aktivität, Schlafen, Nachhilfe, Spielzeit usw.)
  • Informieren Sie andere Betreuer (z.B. Babysitter, Großeltern, etc.) über Ihre Regeln bezüglich den Bildschirmen. Dadurch wird sichergestellt, dass Ihr Kind keinen unerwünschten Medienkonsum hat
  • Ermutigen Sie Ihre Kinder, frei über die Medien in der Familie zu sprechen

Wie viel Bildschirmzeit ist für Kinder geeignet?

Sie können die nachstehende Tabelle als Leitfaden für den Medienkonsum Ihrer Kinder zu Hause verwenden.

AlterEmpfehlung
Unter 18 Monate altKein Medienkonsum außer Videoanrufe
18 bis 24 Monate altBildschirmzeit sollte lediglich auf einen Konsum von Inhalten mit guter Qualität und bildendem Wert reduziert sein

Eltern sollten die ausgewählten Programme nur mit den Kindern gemeinsam anschauen, um ihnen erklären zu können, was sie sehen
2 bis 5 Jahre altReduzieren Sie die Bildschirmzeit auf max. 1 Stunde pro Tag mit ausschließlicher Nutzung von Programmen mit qualitativem und bildendem Wert

Eltern sollten die ausgewählten Programme nur mit den Kindern gemeinsam anschauen, um ihnen erklären zu können, was sie sehen
5 bis 11 Jahre altStellen Sie verständliche Regeln auf und bestimmen Sie bildschirmfreie Zonen innerhalb des Hauses

Reduzieren Sie den Kontakt zu Medien auf altersgerechte Inhalte, welche die Vorstellungskraft des Kindes stärkt und ihm die richtigen Werte beibringt
12+ Jahre altStellen Sie verständliche Regeln auf und bestimmen Sie bildschirmfreie Zonen innerhalb des Hauses

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